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Zwei Menschen, die vor einem Haus in ein rotes Greenwheels-Carsharing-Auto einsteigen
Kundenfall

Greenwheels testet 3 Kampagnenvideos: von der Forschungsfrage zum Beratungsbericht in 6 Stunden

Kundenfall · Greenwheels 5 August 2026 5 Min. Lesezeit

Die meisten kreativen Pre-Tests beantworten eine Frage: Welche Version gefällt den Menschen am besten? Greenwheels hatte drei neue Kampagnenvideos fertig, je 10 bis 15 Sekunden, alle rund um dieselbe Idee aufgebaut — ein spontaner Moment, in dem ein Greenwheels-Auto praktisch ist — und gemeinsam als eine Kampagne gedacht. Bevor der endgültige Schnitt feststand, wollte das Team wissen, wie jedes Video für sich bei der Zielgruppe ankommt. Also testete Stramigo alle drei auf einmal, unter 387 Befragten zwischen 18 und 40 Jahren in den Niederlanden. Von der Forschungsfrage bis zum konkreten Beratungsbericht: 6 Stunden.

Diese Geschwindigkeit ist mehr als ein netter Nebeneffekt. Kampagnenproduktion läuft unter engen Deadlines, und Forschung, die Wochen dauert, passt schlicht nicht, wenn der finale Schnitt am nächsten Morgen fertig sein muss. Dieser Fall zeigt, was möglich wird, wenn Forschung im selben Tempo laufen kann wie der kreative Prozess selbst — und was drei fast gleichwertige Videos trotzdem offenbaren, sobald man sie tatsächlich testet.

Drei Videos, eine Kampagne: der Unterschied, den man erst beim Testen sieht

Jedes Video folgt demselben Briefing: ein spontaner Moment — ein Sprung ins Wasser, ein rätselhaftes Gespräch über ein Gemälde, ein Safari-Ausflug mit der Familie — der zu einem Greenwheels-Auto führt. Im direkten Vergleich (ohne Kontrollgruppe, einfach die drei gegeneinander) trennte sich das Feld sofort. Ein Video lag bei fast jeder Kennzahl vorn: Wertschätzung, Klarheit und Markenpassung. Ein zweites folgte knapp dahinter, mit dem niedrigsten Irritationswert und der besten spontanen Markenerinnerung der drei. Das dritte hinkte bei fast jedem KPI hinterher: die niedrigste Klarheit, die niedrigste Markenerinnerung und die höchste Irritation im Set.

Genau diese Lücke erkennt kreatives Bauchgefühl allein nicht. Auf dem Papier hatte das schwächste Video durchaus kreativen Wert — es erzielte von den drei Videos die höchste Assoziation mit Nachhaltigkeit — aber die Geschichte dahinter kam nicht an, und das sagten die Befragten auch direkt: Mehrere beschrieben es als verwirrend oder konnten sich schlicht nicht erinnern, für welche Marke es war.

Der gemeinsame blinde Fleck: Markenerkennung

Über alle drei Videos hinweg nannten im Schnitt nur 37 % der Befragten spontan Greenwheels als die Marke hinter der Anzeige. Der Rest riet auf Uber, ein Marktplatz-Angebot, einen beliebigen Autohändler oder sogar eine Zoo-Werbung. Das bedeutet nicht, dass das Konzept nicht funktioniert: Neugier und Freude erzielten durchweg gute Werte, Befragte nutzten Wörter wie “neugierig” und “glücklich”, um zu beschreiben, wie die Videos sich anfühlten. Das Problem ist das Timing: Die Marke wird erst in den allerletzten Sekunden explizit, wenn die Geschichte bereits fast durch ist.

“Mit dieser neuen Kampagne wollen wir zeigen, dass ein spontaner Plan auch ohne eigenes Auto in Reichweite ist, und Greenwheels stärker mit diesem Gefühl von Freiheit verbinden. Gerade bei einem ersten groben Schnitt will man schnell wissen, ob die kreative Idee bei der Zielgruppe ankommt. Innerhalb eines einzigen Tages bekamen wir nicht nur die Bestätigung, dass die Kampagne im Kern funktionierte, sondern auch sehr konkrete Erkenntnisse, mit denen wir Markenerkennung und Klarheit im finalen Schnitt verbessern konnten.”

Rolf de RodeBrand & Campaign Lead, Greenwheels

Von der Erkenntnis zur Handlung: konkrete Hinweise, noch am selben Tag

Der Beratungsbericht endete nicht bei den Werten. Jedes Video bekam konkrete Hinweise, mit denen das Schnittteam sofort arbeiten konnte: einen Marken-Bumper in den ersten drei Sekunden einfügen, die verwirrende Anfangsszene kürzen, ein Preis-Overlay ergänzen oder Untertitel, um die gesprochene Botschaft leichter verständlich zu machen. Nichts davon betraf die kreativen Konzepte selbst — die Korrekturen betrafen ausschließlich Timing und Schnittfolge.

Zwei Menschen, die in ein Greenwheels-Carsharing-Auto in einer Wohnstraße einsteigen

Warum das für Marketer wichtig ist

Der Fall Greenwheels erinnert daran, dass kreative Vorliebe im Raum nicht dasselbe ist wie Wirkung bei der Zielgruppe. Auf Bauchgefühl verlassen, hätte ein Team leicht das Video freigeben können, das bei fast jeder Kennzahl am schlechtesten abschnitt, einfach weil es auf dem Papier am interessantesten wirkte.

Er zeigt auch, dass ein Konzept emotional gelingen und trotzdem bei dem einen Punkt versagen kann, für den eine Kampagne letztlich da ist: dass Menschen sich merken, wessen Auto es war. Das zu beheben bedeutet selten, die Idee zu ändern — es bedeutet, das Timing zu ändern.

Lektionen für Marketer

  1. 1

    Testen verhindert, dass das sympathischste Video auch das schwächste ist

    Kreative Vorliebe der Menschen im Raum ist kein verlässlicher Ersatz für die Reaktion der Zielgruppe. In diesem Fall erzielte das Video mit echtem kreativem Reiz — und der stärksten Nachhaltigkeitsassoziation — zugleich die niedrigsten Werte bei Klarheit, Markenerinnerung und Irritation. Ohne Pre-Test hätte dieses Video eine echte Chance gehabt, ins Media-Budget zu wandern.

  2. 2

    Ein starkes Konzept kann trotzdem an der Markenverbindung scheitern

    Alle drei Videos erzielten gute Werte bei Neugier und Freude — ein Beweis, dass die kreative Richtung funktioniert. Aber die durchschnittliche spontane Markenerinnerung blieb bei 37 %, weil die Marke erst ganz am Ende explizit wurde. Pre-Testing legt diese Lücke offen, bevor das Media-Budget ausgegeben ist, nicht danach.

  3. 3

    Wenn Forschung Stunden statt Wochen dauert, gibt es keinen Grund mehr, sie zu überspringen

    Diese gesamte Untersuchung — von der Forschungsfrage bis zu einem konkreten Beratungsbericht — dauerte 6 Stunden. Das nimmt die übliche Ausrede, Pre-Testing bei einer engen Produktionsfrist zu überspringen: Der Engpass war nie die Forschung selbst, sondern die Durchlaufzeit. Ist das gelöst, passt Pre-Testing in jeden Kampagnenzeitplan, nicht nur in die mit Luft nach oben.

Keines der drei Greenwheels-Videos brauchte ein neues Konzept. Sie brauchten schärferes Timing — bei der Marke, der Handlung und der Botschaft — um aus guten Geschichten starke Kampagnenvideos zu machen.

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